
Eine Magnetwand ist weit mehr als ein einfacher Planer; sie ist eine interaktive Entwicklungszentrale für dein Kind.
- Sie verwandelt abstrakte Aufgaben und Erfolge in greifbare, motivierende Erlebnisse.
- Sie fördert spielerisch kognitive Fähigkeiten, Feinmotorik und ein Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Empfehlung: Betrachte die Magnetwand nicht als bloßes Organisationsmittel, sondern als eine strategische Investition in die Eigenständigkeit und Lernfreude deines Kindes.
Der morgendliche Trubel, der vergessene Sportbeutel, die Frage „Was muss ich heute für die Schule machen?“ – dieser alltägliche Organisations-Dschungel ist Eltern von Schulkindern nur allzu bekannt. Viele greifen schnell zu digitalen Kalendern oder einfachen Notizzetteln. Doch diese Lösungen übersehen oft einen entscheidenden Faktor: die kindliche Wahrnehmung. Ein Kind, insbesondere im Grundschulalter, lebt in einer Welt des Greifbaren und Visuellen. Abstrakte Listen oder flüchtige Erinnerungen haben oft nicht die gleiche Wirkung wie etwas, das man sehen, anfassen und selbst gestalten kann.
Die üblichen Ratschläge beschränken sich oft darauf, einen Wochenplan aufzuhängen. Doch was, wenn die wahre Kraft einer Magnetwand nicht nur in der Organisation liegt, sondern in ihrer Fähigkeit, eine Brücke zwischen der abstrakten Welt der Erwachsenen und der konkreten Erlebniswelt eines Kindes zu schlagen? Was, wenn die Lösung nicht darin besteht, Aufgaben nur aufzulisten, sondern sie in eine motivierende, interaktive Landkarte für den Alltag zu verwandeln? Genau hier setzt dieser Ansatz an. Es geht darum, die Magnetwand als eine dynamische Entwicklungszentrale zu verstehen, die weit über das reine Terminmanagement hinausgeht.
Dieser Artikel zeigt dir, wie du eine einfache Magnetwand in ein mächtiges Werkzeug für Motivation, kognitives Training und sogar motorische Entwicklung verwandelst. Wir beleuchten, warum das sichtbare Aufhängen von Erfolgen die Lernfreude steigert, wie selbst Kinder, die noch nicht lesen können, ihren Tag strukturieren und welche ungeahnten Entwicklungschancen im spielerischen Umgang mit diesem Medium stecken. Machen wir aus der Organisationshilfe ein echtes Lern- und Erlebnisinstrument.
Um die vielfältigen Möglichkeiten der Magnetwand als Entwicklungszentrale zu entdecken, führt dich dieser Artikel durch psychologische, praktische und sicherheitsrelevante Aspekte. Der folgende Überblick zeigt dir die wichtigsten Stationen auf diesem Weg.
Inhaltsverzeichnis: Die Magnetwand als Entwicklungszentrale für dein Kind
- Warum motiviert das Aufhängen guter Noten an der Magnetwand mehr als ein „Gut gemacht“?
- Wie gestalten Sie einen visuellen Wochenplan mit Magneten für Kinder, die noch nicht lesen können?
- Verschluckungsgefahr: Ab welchem Alter sind Neodym-Magneten sicher im Kinderzimmer?
- Wie wird die Magnetwand zur vertikalen Baustelle für Kugelbahnen?
- Wie befestigen Sie schwere Metallboards sicher auf Rigipswänden?
- Warum trainiert das Wischen der Tafel die Rumpfstabilität (Crossing Midline)?
- Wie leiten farbcodierte Boxen das Kind intuitiv zum richtigen Aufräumen an?
- Warum ist ein mitwachsender Schreibtisch für Erstklässler medizinisch notwendig?
Warum motiviert das Aufhängen guter Noten an der Magnetwand mehr als ein „Gut gemacht“?
Ein lobendes „Gut gemacht!“ ist wichtig, aber es ist flüchtig. Im Gegensatz dazu schafft das sichtbare Aufhängen einer guten Note, einer Urkunde oder eines selbstgemalten Bildes einen kognitiven Anker für Erfolg. Für ein Kind wird die abstrakte Leistung greifbar und präsent. Jeden Tag daran vorbeizugehen, verwandelt den einmaligen Moment des Lobes in eine dauerhafte Bestätigung der eigenen Fähigkeit. Dies ist der Schlüssel zur Förderung der intrinsischen Motivation: Das Kind lernt, stolz auf den Prozess und das Ergebnis zu sein, nicht nur auf die kurzfristige Anerkennung.
Die Psychologie dahinter ist fundiert. Visuelle Repräsentationen von Leistung stärken das Gefühl der Selbstwirksamkeit – den Glauben daran, Herausforderungen aus eigener Kraft meistern zu können. Eine Studie zur Entwicklung der Leistungsmotivation zeigt, dass Kinder in Anwesenheit sichtbarer Leistungsrepräsentanten erheblich mehr Ausdauer und eine höhere Frustrationstoleranz zeigten. Die Magnetwand wird so zu einer persönlichen „Hall of Fame“, die das Kind immer wieder daran erinnert: „Das habe ich geschafft, also kann ich auch die nächste Aufgabe meistern.“
Um diesen Effekt systematisch zu nutzen, kannst du ein einfaches 3-Stufen-System etablieren:
- Direkte Erfolge sichtbar machen: Gute Noten, positive Rückmeldungen aus der Schule und kleine Urkunden sollten sofort nach Erhalt einen Ehrenplatz an der Magnetwand bekommen.
- Den Prozess visualisieren: Nicht nur das Endergebnis zählt. Markiere auch die Schritte dorthin mit Magneten. Ein Magnet für „Vokabeln gelernt“, einer für „Referat geübt“ zeigt dem Kind, dass Anstrengung zum Erfolg führt.
- Die Vielfalt der Erfolge zeigen: Beschränke dich nicht auf schulische Leistungen. Eine Sporturkunde, ein Zertifikat aus dem Musikkurs oder sogar ein Magnet für einen „besonders hilfsbereiten Tag“ zeigen dem Kind, dass es auf vielen verschiedenen Ebenen kompetent und wertvoll ist.
So wird die Magnetwand von einer reinen Informationstafel zu einem dynamischen Spiegel des Wachstums und der persönlichen Erfolge deines Kindes.
Wie gestalten Sie einen visuellen Wochenplan mit Magneten für Kinder, die noch nicht lesen können?
Für Vorschulkinder oder Erstklässler, die noch nicht flüssig lesen können, ist ein textbasierter Kalender eine unüberwindbare Hürde. Hier entfaltet ein visueller Wochenplan mit Piktogramm-Magneten seine ganze Stärke. Anstatt „Schwimmkurs“ zu lesen, erkennt das Kind das Symbol einer Badehose. Statt „Hausaufgaben“ sieht es einen Stift oder ein Buch. Diese direkte visuelle Zuordnung macht den Tages- und Wochenablauf sofort verständlich und gibt dem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Vorhersehbarkeit.
Der Schlüssel liegt in der Einfachheit und Konsistenz. Verwende klare, eindeutige Symbole und ordne sie chronologisch für jeden Wochentag an. Eine farbliche Kodierung kann die Orientierung zusätzlich erleichtern: Alle Sportaktivitäten bekommen grüne Magnete, schulische Pflichten gelbe und Freizeitaktivitäten blaue. So lernt das Kind intuitiv, die Struktur seines Tages zu erfassen und kann sogar aktiv an der Planung teilnehmen, indem es selbst die Magnete für den nächsten Tag an die richtige Stelle heftet.

Diese Methode fördert nicht nur das Zeitverständnis, sondern auch die Selbstständigkeit. Das Kind ist nicht mehr passiver Empfänger von Anweisungen, sondern wird zum aktiven Gestalter seines Alltags. Es kann morgens selbstständig nachsehen, was ansteht, und entwickelt so früh ein Gefühl für Verantwortung und Planungskompetenz.
Fallbeispiel aus Deutschland: Das Filapen-System
Ein hervorragendes Beispiel aus der Praxis ist der Filapen Kinder Wochenplaner. Dieses in Deutschland verbreitete System nutzt über 209 liebevoll gestaltete Piktogramm-Magnete, die typische deutsche Tagesabläufe wie „zum Kindergarten gehen“, „Oma und Opa besuchen“ oder „Turnverein“ abbilden. Das System ist in sieben farbcodierte Kategorien (z. B. Aufgaben, Freizeit, Sport) unterteilt, wodurch bereits Kinder ab 4 Jahren intuitiv ihren Tagesablauf verstehen. Laut Hersteller nutzen bereits über 500.000 deutsche Familien dieses visuelle System, das speziell für nicht-lesende Kinder entwickelt wurde und ihnen hilft, Struktur und Sicherheit im Alltag zu finden.
Verschluckungsgefahr: Ab welchem Alter sind Neodym-Magneten sicher im Kinderzimmer?
Magnete sind faszinierend, aber sie bergen auch erhebliche Gefahren, insbesondere für kleine Kinder. Die größte Sorge ist die Verschluckungsgefahr. Während ein einzelner verschluckter Magnet den Körper meist auf natürlichem Weg wieder verlässt, kann das Verschlucken von zwei oder mehr Magneten lebensbedrohlich sein. Im Darm können sie sich gegenseitig anziehen und dabei die Darmwand einklemmen, was zu schweren inneren Verletzungen führen kann.
Aus diesem Grund gibt es klare Sicherheitsvorschriften. Die europäische Spielzeugnorm DIN EN 71-1 legt fest, dass Magnete oder magnetische Bauteile, die als klein und verschluckbar gelten, eine begrenzte Magnetkraft haben müssen. Stärkere Magnete, wie die oft verwendeten Neodym-Magnete, müssen so groß sein, dass sie nicht in einen Prüfzylinder für Kleinteile passen und somit nicht verschluckt werden können.
Das Verbraucherportal Bayern warnt eindringlich vor den Risiken:
Magnete können sich im Magen-Darm-Trakt gegenseitig anziehen und zu einer Verstopfung führen. Der Druck der Magnete kann die Blutzufuhr zu Teilen des Darms unterbrechen oder zu einer Perforation führen. Diese Verletzungen können im schlimmsten Fall tödlich sein.
– Verbraucherportal Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung, welche Magnettypen für welches Alter empfohlen werden und worauf du beim Kauf achten solltest.
| Altersgruppe | Empfohlener Magnettyp | Sicherheitsmerkmale | Beispielprodukt |
|---|---|---|---|
| 0-3 Jahre | Große Folienmagnete | Nicht verschluckbar, weich, vollflächig | HABA Magnetspiele |
| 3-6 Jahre | Eingekapselte Magnete | CE-Kennzeichnung, GS-Zeichen, fest verbaut | Magformers (30+ Teile) |
| Ab 6 Jahre | Neodym-Magnete möglich | Unter Aufsicht, TÜV-geprüft, für spezifische Anwendungen | Geomag Classic |
Wie wird die Magnetwand zur vertikalen Baustelle für Kugelbahnen?
Eine Magnetwand muss nicht nur ein 2D-Planer sein. Sie kann sich in eine faszinierende, vertikale 3D-Baustelle verwandeln, die physikalische Prinzipien spielerisch vermittelt. Magnetische Kugelbahnen sind hierfür das perfekte Werkzeug. Kinder können Schienen, Kurven und Trichter an der Wand anordnen und sofort testen, wie sich Schwerkraft, Beschleunigung und Impuls auf die Kugel auswirken. Was passiert, wenn die Bahn steiler wird? Wie muss die Kurve gebaut sein, damit die Kugel nicht herausfällt? Diese Experimente sind pure MINT-Förderung (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) im Kinderzimmer.
Das vertikale Bauen schult zudem das räumliche Vorstellungsvermögen auf eine ganz andere Weise als das Bauen auf dem Boden. Kinder müssen die Gesetze der Schwerkraft direkt in ihre Konstruktionen einbeziehen. Dies fördert Problemlösungskompetenz und kreatives Denken. Du kannst entweder auf fertige Systeme wie das in Deutschland entwickelte Hubelino pi zurückgreifen, das sogar mit Lego Duplo kompatibel ist, oder mit einfachen Materialien eine eigene Kugelbahn bauen.
Hier ist eine einfache Anleitung, um aus der Magnetwand eine Kugelbahn-Teststrecke zu machen:
- Material besorgen: Sammle Pappröhren (z.B. von Küchenpapier), besorge selbstklebendes Magnetband (ca. 15mm breit), Acrylfarben und kleine Holzkugeln oder Murmeln.
- Röhren vorbereiten: Halbiere die Röhren längs, sodass offene Rinnen entstehen. Bemale sie gemeinsam mit deinem Kind in leuchtenden Farben.
- Magnetband anbringen: Klebe zwei bis drei Streifen des Magnetbands auf die Rückseite jeder Röhrenhälfte. Dies sorgt für ausreichend Halt an der Wand.
- Startpunkt markieren: Befestige einen kleinen Trichter oder eine halbe Plastikflasche mit einem starken, aber kindersicheren Magneten als Startpunkt für die Kugeln.
- Experimentieren lassen: Nun kann der Spaß beginnen! Lass dein Kind verschiedene Bahnverläufe testen, die Geschwindigkeit der Kugel beobachten und immer wieder neue Wege konstruieren.
Diese kreative Nutzung macht die Magnetwand zu einem lebendigen Experimentierfeld, das weit über die reine Organisation hinausgeht und die Neugier deines Kindes weckt.
Wie befestigen Sie schwere Metallboards sicher auf Rigipswänden?
Viele moderne Wohnungen und Häuser in Deutschland haben Wände aus Gipskarton, auch Rigips genannt. Diese Hohlraumwände erfordern eine spezielle Befestigungstechnik, damit eine schwere Magnettafel sicher und dauerhaft hält. Eine einfache Schraube im Gipskarton würde unter dem Gewicht schnell ausreißen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Verwendung von speziellen Hohlraumdübeln, die sich hinter der Gipskartonplatte aufspreizen oder verankern und so die Last auf eine größere Fläche verteilen.
Bevor du mit der Montage beginnst, prüfe unbedingt deinen Mietvertrag. In vielen deutschen Mietwohnungen ist Bohren erlaubt, aber es kann Einschränkungen geben. Im Zweifel frage immer deinen Vermieter. Sicherheit geht vor: Nutze einen Spannungsprüfer, um sicherzustellen, dass keine Stromleitungen im geplanten Bohrbereich verlaufen, und schalte die entsprechende Sicherung aus.
Die Wahl des richtigen Dübels hängt vom Gewicht des Boards ab. Für leichtere Tafeln in Mietwohnungen können auch Klebelösungen eine Alternative sein, aber für schwere Metallboards sind sie ungeeignet.
Die folgende Übersicht zeigt gängige Hohlraumdübel und ihre Eignung, wie eine vergleichende Übersicht gängiger Befestigungsmethoden zeigt.
| Dübeltyp | Belastbarkeit pro Dübel | Montage | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Kippdübel (z.B. Fischer) | ca. 10-15 kg | Vorbohren nötig, Dübel klappt hinter der Wand auf | Schwere Magnetboards |
| Metall-Spreizdübel | ca. 20-25 kg | Spreizt sich hinter der Wand, oft mit Montagezange | Sehr schwere Boards, Regale |
| Molly-Anker | ca. 15-20 kg | Benötigt eine spezielle Setzzange | Mittelschwere bis schwere Boards |
| Selbstbohrende Dübel | ca. 5-8 kg | Drehen sich direkt in die Wand | Nur für sehr leichte Boards oder Bilder |
Für die meisten Magnetwände sind Kipp- oder Spreizdübel die sicherste Wahl. Richte das Board mit einer Wasserwaage aus, markiere die Bohrlöcher präzise, bohre langsam und setze dann die Dübel nach Herstelleranleitung. So wird die Magnetwand zu einem sicheren und stabilen Zentrum im Kinderzimmer.
Warum trainiert das Wischen der Tafel die Rumpfstabilität (Crossing Midline)?
Das abendliche Saubermachen der Magnetwand kann mehr sein als eine lästige Pflicht. Es ist eine wertvolle Übung für die motorische Entwicklung deines Kindes. Wenn ein Kind eine große, wischende Bewegung über die Tafel macht, um Kreide oder Stiftspuren zu entfernen, überkreuzt sein Arm unweigerlich die Körpermitte. Diese Bewegung, im Fachjargon „Crossing the Midline“ oder bilaterale Integration genannt, ist ein fundamentaler Meilenstein in der kindlichen Entwicklung.
Warum ist das so wichtig? Das Überkreuzen der Körpermitte zwingt die linke und rechte Gehirnhälfte zur Zusammenarbeit. Diese Verknüpfung ist die neuronale Grundlage für komplexe Fähigkeiten wie Lesen (die Augen folgen der Zeile von links nach rechts), Schreiben (die Hand bewegt sich über das Blatt) und sogar das Anziehen von Schuhen. Eine gut entwickelte bilaterale Integration ist ein entscheidender Faktor für den Schulerfolg.
Das Überkreuzen der Körpermitte ist eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit der Gehirnhälften, was wiederum die Basis für komplexe Fähigkeiten wie das Lesen und Schreiben ist – eine Schlüsselkompetenz für die Grundschule.
– Deutsche Gesellschaft für Ergotherapie, Entwicklungsförderung durch Bewegung

Zusätzlich trainieren diese großen Armbewegungen die Rumpfmuskulatur. Das Kind muss seinen Oberkörper stabilisieren, um die Bewegung aus der Schulter heraus auszuführen. Diese Rumpfstabilität ist wiederum die Basis für eine gute Körperhaltung, die besonders beim langen Sitzen in der Schule von großer Bedeutung ist. Du kannst diese Effekte gezielt fördern, indem du das Wischen zu einem Spiel machst:
- Regenbogen-Wischen: Lass dein Kind einen großen Regenbogen auf die Tafel malen und ihn dann in einer einzigen, fließenden Bewegung von einer Seite zur anderen wegwischen.
- Liegende Achten: Eine große, liegende Acht (das Unendlichkeitszeichen ∞) auf die Tafel malen und mit ausladenden Armbewegungen nachwischen lassen, ohne die Hand zu wechseln.
- Zickzack-Muster: Von oben nach unten große Zickzack-Linien über die gesamte Tafelbreite wischen.
Wie leiten farbcodierte Boxen das Kind intuitiv zum richtigen Aufräumen an?
Die beste Organisation an der Magnetwand verliert ihre Wirkung, wenn das restliche Zimmer im Chaos versinkt. Die Lösung liegt darin, das System der Magnetwand auf die physische Umgebung auszuweiten. Farbcodierte Aufbewahrungsboxen sind hierfür ein genial einfaches und effektives Mittel. Das Prinzip ist simpel: Jede Kategorie von Spielzeug oder Material bekommt eine eigene Farbe, die mit der Farbe des entsprechenden Piktogramm-Magneten auf dem Wochenplan übereinstimmt.
Hat der Magnet für „Basteln“ die Farbe Blau, kommen alle Stifte, Scheren und Kleber in eine blaue Box. Ist der „Lego spielen“-Magnet rot, gehören alle Legosteine in eine rote Kiste. Diese visuelle Verknüpfung ist für Kinder intuitiv verständlich. Statt überlegen zu müssen, wohin etwas gehört, folgen sie einfach dem Farbcode. Das Aufräumen wird von einer kognitiven Herausforderung zu einer einfachen Zuordnungsaufgabe – fast wie ein Spiel.
Fallbeispiel: Das IKEA TROFAST-System mit Farbcode
Das modulare TROFAST-Regalsystem von IKEA ist in vielen deutschen Kinderzimmern zu finden. Eltern kombinieren es häufig mit einem eigenen Farbcode-System, das an den Wochenplan an der Magnetwand gekoppelt ist: Rote Boxen für Bausteine (passend zum roten „Spielen“-Magnet), blaue Boxen für Bastelmaterial (passend zum blauen „Kreativ“-Magnet) und gelbe Boxen für Schulsachen. Erfahrungsberichten zufolge kann diese visuelle Verbindung zwischen der Tagesplanung an der Wand und der Aufbewahrung im Regal die Aufräumzeit um bis zu 50 % reduzieren, da Kinder selbstständiger und schneller wissen, wohin alles gehört.
Du musst nicht unbedingt neue Boxen kaufen. Mit etwas Farbe und Kreativität kannst du alte Schuhkartons oder Obstkisten vom Wochenmarkt in ein perfektes Organisationssystem verwandeln.
Dein Upcycling-Plan für farbcodierte Aufbewahrung
- Sammeln: Besorge stabile Schuhkartons, leere Verpackungen oder alte Obstkisten vom Wochenmarkt.
- Vorbereiten: Reinige die Boxen gründlich und lasse sie gut trocknen. Entferne eventuelle Aufkleber.
- Farbkonzept erstellen: Wähle die Farben passend zu den Kategorien und Magneten deines Wochenplans (z.B. Rot für Spielzeug, Blau für Kreatives, Grün für Draußen-Sachen).
- Gestalten: Bemale die Kisten mit umweltfreundlicher Acrylfarbe aus dem Bastelladen. Zwei Schichten sorgen für ein deckendes Ergebnis.
- Kennzeichnen: Klebe zusätzlich ein Piktogramm auf jede Box, das dem Symbol auf dem entsprechenden Magneten entspricht. Das verstärkt die visuelle Verbindung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Magnetwand ist eine Entwicklungszentrale, die Motivation, Motorik und Organisation verbindet.
- Visuelle Darstellung von Erfolgen und Plänen ist für Kinder wirksamer als abstrakte Anweisungen.
- Sicherheit (Magnetgröße, Wandbefestigung) und Ergonomie (Schreibtisch) bilden den Rahmen für eine erfolgreiche Nutzung.
Warum ist ein mitwachsender Schreibtisch für Erstklässler medizinisch notwendig?
Die Magnetwand organisiert den Kopf, aber ein ergonomischer Arbeitsplatz organisiert den Körper. Für einen Erstklässler, dessen Körper sich im rasanten Wachstum befindet, ist ein mitwachsender Schreibtisch keine Luxusanschaffung, sondern eine medizinische Notwendigkeit. An einem zu hohen oder zu niedrigen Tisch zu arbeiten, führt zwangsläufig zu einer ungesunden Körperhaltung. Das Kind krümmt den Rücken, zieht die Schultern hoch oder verdreht den Nacken. Langfristig können daraus Haltungsschäden, chronische Verspannungen und Kopfschmerzen resultieren.
Ein mitwachsender Schreibtisch, dessen Höhe und oft auch Neigung der Tischplatte an die Körpergröße des Kindes angepasst werden können, sorgt für eine dynamische und gesunde Sitzhaltung. Die Füße stehen flach auf dem Boden, die Knie sind im 90-Grad-Winkel gebeugt und die Unterarme liegen locker auf der Tischplatte auf. Diese ergonomische Grundhaltung fördert nicht nur die Rückengesundheit, sondern auch die Konzentration. Ein Kind, das bequem und ohne körperliche Anspannung sitzt, kann seine kognitiven Ressourcen voll und ganz auf die Hausaufgaben richten.
Die Investition in einen guten Schreibtisch und einen passenden Stuhl sollte im Kontext anderer Einschulungsausgaben gesehen werden. Während manche Ausgaben kurzlebig sind, begleiten ergonomische Möbel dein Kind über viele Jahre und legen den Grundstein für gesundes Lernen.
Diese Tabelle von Familienkompass.com stellt die Investitionen in Relation:
| Investition | Durchschnittspreis | Nutzungsdauer | Gesundheitsrelevanz |
|---|---|---|---|
| Schulranzen | 150-250€ | ca. 4 Jahre | Hoch (Rückengesundheit) |
| Schultüte | 20-50€ | 1 Tag | Keine |
| Mitwachsender Schreibtisch | 200-400€ | 10+ Jahre | Sehr hoch (Haltung, Konzentration) |
| Magnetwand-System | 50-100€ | 10+ Jahre | Hoch (Stressreduktion, Organisation) |
Die Magnetwand und der mitwachsende Schreibtisch sind also keine isolierten Elemente, sondern zwei zentrale Bausteine einer ganzheitlichen Lernumgebung, die sowohl den Geist als auch den Körper deines Kindes unterstützt.
Jetzt, da du die vielfältigen Facetten der Magnetwand als Entwicklungszentrale kennst, ist der nächste Schritt, dieses Wissen in die Tat umzusetzen. Beginne damit, eine Ecke im Kinderzimmer als Organisations- und Motivationszentrum zu gestalten und beobachte, wie dein Kind an dieser neuen Struktur wächst.